Lehrgangsbeschreibung Kulturelle Beziehungen und Migration

Aufbau des Lehrgangs Kulturelle Beziehungen und Migration

 

Modul 1 | Wissenschaftlicher Zugang und Methoden

Tutorial: Wissenschaftliches Arbeiten und Studienorganisation (2 SWS)
Das studienbegleitende Tutorium unterstützt die Studierenden bei der Studienorganisation und vermittelt die wichtigsten Techniken Wissenschaftlichen Arbeitens zu Anfertigung von Präsentationen, Seminar- und Abschlussarbeiten.

Seminar: Diversity Training und Biographiearbeit (2 SWS)
In diesem einführenden Seminar werden eigene kulturbezogene und sozialisationsbedingte Erfahrungen und Selbstbilder reflektiert und unter dem Aspekt der unterschiedlichen Differenzlinien diskutiert. Die Teilnehmer/-innen erhalten die Gelegenheit ihren eigenen Zugang zum Thema Interkulturelle Bildung, Psychosoziale Intervention in Interkulturellen Settings und Antidiskriminierungsarbeit zu erforschen und zu reflektieren. Sie vertiefen ihr Bewusstsein für Ursachen und Formen von Inklusion und Exklusion, sowie Prozessen der Identitätsbildung zwischen Zugehörigkeit und Differenz. Die Übungen bieten eine kritische Begleitung interkultureller Kompetenzentwicklung und dienen der Ressourcenerschließung für interkulturelle Kommunikationsprozesse und der Teambildung in der eigenen interkulturellen Studiengruppe.

Seminar: Kulturwissenschaftliche Grundbegriffe und Theorien (2 SWS)
Das Seminar bietet eine Einführung in kulturwissenschaftliche Grundbegriffe und Theorien. Diese werden gemeinsam erarbeitet und auf ihr historische und gesellschaftspolitische Bedeutung hin überprüft. Dabei stehen kontroverse Diskussionen und unterschiedliche theoretische Zugänge zu den Themengebieten Kultur und Kulturtheorien, Integration und Identität, Zugehörigkeit und Differenz und Postkoloniale Studien im Mittelpunkt.

Modul 2 | Psychosoziale Dimensionen von Verfolgung, Krieg und Flucht

Seminar: Psychosoziale Ansätze in der Arbeit in Konfliktgebieten (2 SWS)
Das Seminar gibt eine Einführung in psychosoziale Konzepte und Methoden der Arbeit in Konflikt- und postkonflikt Gebieten. Konkret wird in die psychosoziale Konfliktanalyse eingeführt und die konzeptionelle Bedeutung der Begriffspaare Verfolgung/Angst, Zerstörung/Trauma, Verlust/Trauer erläutert. Schwerpunktmäßig wird auf die praktische Arbeit in „Ongoing Conflicts“ und auf das sogenannte „Dealing with the past“ eingegangen. Die komplizierte Rolle der internationalen Zusammenarbeit in diesem Zusammenhang wird aufgegriffen.

Seminar: Psychosoziale Ansätze in der Arbeit mit Flüchtlingen (2 SWS)
Das Seminar vertieft Bereiche der erzwungenen Migration und psychische und soziale Folgen von Krieg und Flucht. Traumatische Erfahrungen begleiten oftmals Migrations- und Fluchtbewegungen. Was für Erklärungsmodelle bieten die Sozialwissenschaften? Was sind Spezifika von Trauma bzw. von psychischen Belastungen im Kontext von Migration und Exil? Es werden psychosoziale Ansätze zur Unterstützung von Flüchtlingen und Migrant/-innen in der Aufnahmegesellschaft untersucht und diskutiert. Psychosoziale Ansätze werden dabei aus der rein „therapeutischen Ecke“ herausgeholt und ihre Nutzbarmachung für ein breites Feld sozialer und pädagogischer Interventionen belegt.

Modul 3 | Migration und Bildung

Seminar: Bildung in der Einwanderungsgesellschaft (2 SWS)
Das Seminar bietet eine Einführung in die Theorie und Praxis Interkultureller Pädagogik. Verschiedene Konzepte von Bildung in der Einwanderungsgesellschaft werden gemeinsam erarbeitet und auf ihre historische und gesellschaftspolitische Bedeutung hin überprüft. Die Migrationsgeschichte in Europa und Deutschland, sowie die aktuelle Situation von Migrant/-innen bilden hierbei eine wichtige Grundlage. In Hinblick auf die Praxis der Interkulturellen Bildung werden Best Practice Modelle u.a. aus den Bereichen Globales Lernen, Community Education und Demokratiepädagogik vorgestellt.

Seminar: Mehrsprachigkeit und Bildung (2 SWS)
Das Seminar gibt einen Überblick über die grundlegenden bildungspolitischen Fragen zu den Zusammenhängen von Migration, sprachliche n Kompetenzen und Bildungschancen. Die öffentliche Politik in Bezug auf Amtssprachen und die Verwendung von Minoritätensprachen in sozialen Diensten und am Arbeitsplatz werden anhand verschiedener Beispiele diskutiert. Im zweiten Teil der Veranstaltung werden Verläufe erst- und zweitsprachlicher Erwerbsprozesse, zentrale Dimensionen und Prinzipien von Deutsch als Zweitsprache und Sprachbildung, sowie verschiedene methodisch-didaktische Ansätze der Sprachförderung vermittelt.

Modul 4 | Interkulturelle Handlungskompetenz in Theorie und Praxis

Vortragsreihe: Theorie und Praxis Interkultureller Handlungsfelder (2 SWS)
In der Vortragsreihe geht es um Fragen professionellen Handelns im Umgang mit Exklusion und Inklusion. Neben Ansätzen der Interkulturellen Praxis werden auch Erfahrungen aus der zivilgesellschaftlichen Projektarbeit gegen Diskriminierung und Rassismus vorgestellt und diskutiert. Exemplarisch steht die Metropole Berlin mit ihren vielfältigen Akteur/-innen im Mittelpunkt. Interkulturelle Forscher/-innen sowie Repräsentant/- innen aus relevanten Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen stellen ihre Ansätze vor und eröffnen damit die Möglichkeit zu kritischem Vergleich und eigenem Engagement in Projekt bzw. in der Masterarbeitsphase.

Seminar: Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit. Herausforderungen für professionelles Handeln (2 SWS)
Das Seminar bietet einen Überblick über aktuelle Debatten und Erscheinungsformen des Rassismus, Antisemitismus und Antiziganismus in Deutschland heute. Um das Bild zu vervollständigen, werden Studien der Einstellungsforschung herangezogen, wie die Untersuchung des Bielefelder Forschungsteams um Wilhelm Heitmeyer zu „gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit“ und die sogenannten „MitteStudien“ der Friedrich-Ebert-Stiftung. Hieran anschließend werden sozialwissenschaftliche Fachdebatten zur Diskussion gestellt, in denen es um die Auseinandersetzung mit den genannten Phänomenen geht. Anhand von Methoden und Ansätzen aus der pädagogischen und psychosozialen Praxis wir diskutiert, welche Ziele diese mit welchen Herangehensweisen verfolgen.

Modul 5 | Projektmanagement

Seminar: Projektmanagement und Vorbereitung der Studienprojekte (2 SWS)
Die Veranstaltung nimmt die Planung, Durchführung und Auswertung eines eigenen Projektes in einem Interkulturellen Praxisfeld in den Blick. Im ersten Teil der Veranstaltung werden grundlegende Kenntnisse des Projektmanagements vermittelt und auf die eigene Projektidee angewandt. Neben der Fokussierung auf die Anwendung der in den anderen Modulen erworbenen Methoden und Kenntnisse bietet das Projektmodul die Möglichkeit eigene fachliche Schwerpunkte zu setzen und in der Praxis umzusetzen.

Colloquium: Begleitung der Studienprojekte und Kollegiale Beratung (2 SWS)
In der Umsetzungsphase der Projekte wird ein problemzentriertes Coaching angeboten. Fragen, die im Zusammenhang mit der Durchführung der jeweiligen Projekte entstehen, werden in Form einer Kollegialen Beratung bearbeitet und erste Erfahrungen aus der Praxis reflektiert.

Master Thesis: Colloquium zur Anfertigung der Master Thesis (2 SWS)
Die Student*innen erhalten eine Vertiefung in Methoden Wissenschaftlichen Forschens- und Arbeitens.
Sie können Planung und Zwischenergebnisse der Masterarbeit in diesem begleitenden Forschungskolloquium präsentieren und erörtern.
Das Colloqium dient somit auch als Forschungswerkstatt für qualitative Untersuchungen im Rahmen der Masterarbeiten.

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