Projekt | Privilegien reflektieren – Intersektional therapieren?

Intersektional-sensible Haltungen und Verhaltensweisen in der Psychotherapieausbildung

Das Projekt zielt darauf ab, das interdisziplinäre und machtkritische Paradigma Intersektionalität weiter in Psychologie und Psychotherapie zu verankern und intersektionale Kompetenz psychologisch zu fassen, um durch Sensibilisierung zur Beförderung von Gleichstellung, Vielfalt und Diskriminierungsabbau beizutragen.

Das Forschungsinteresse gründet auf der Beobachtung, dass aufgrund der Ausprägungen auf sozial konstruierten Dimensionen (z.B. Geschlecht, sexuelle Orientierung, ethnische Zugehörigkeit, Bildungshintergrund, Alter, Be- und Enthinderung) manche Menschen in einer Gesellschaft potentiell mehr strukturelle Vorteile genießen als andere. Die schwierige Aufgabe von Therapeut*innen besteht nun darin, gleichzeitig:

  • möglichst nah an den persönlichen Erfahrungen der Klient*innen zu bleiben,
  • dabei überlappende soziokulturelle Gruppenzugehörigkeiten und Unterdrückungssysteme im Blick zu behalten, sowie
  • die eigenen Zugehörigkeiten, verinnerlichten Werte sowie Rollen- und Verhaltensmuster zu reflektieren.

Da die psychotherapeutische Ausbildung kaum allumfassende Analysen aller Diskriminierungsformen und Umgangsweisen leisten kann, liegt es an der psychologischen Forschung, Wege zur Reflexion von Intersektionalität zu identifizieren. Aufbauend auf dem Intersektionalitätskonzept und Studien zu Vielfalt und Mehrfachdiskriminierungen werden in diesem Forschungsprojekt deshalb (intersektional sensible) therapeutische Verhaltensweisen und Machtverhältnisse analysiert, um die entsprechende Forschungslücke zu schließen und daraus Ausbildungsziele bzw. konkrete Handlungsempfehlungen für angehende Psychotherapeut*innen abzuleiten.