Embracing Ambiguity – Vielfalt, Empowerment und intersektionale Kompetenz

Forschungsbereich der Abteilung „Entwicklung, Bildung und Kultur“ der SFU Berlin

In der heutigen Zeit sind Ambiguitäten – also Widersprüchlichkeiten, Mehrdeutigkeiten und Vielfältigkeiten – gesamtgesellschaftlich wahrnehmbarer denn je. Statt diese um jeden Preis aufzulösen, gilt es zuweilen, sie in ihrer Komplexität anzuerkennen und einen positiven Umgang mit ihnen zu finden.

Der Forschungsschwerpunkt Embracing Ambiguity beschäftigt sich deshalb mit den vielfältigen Identitäten, Situationen, Positionen und Lebensentwürfen von Menschen und berücksichtigt die Eingebundenheit in vorhandene (Macht-)Strukturen. Eine intersektionale Betrachtungsweise erlaubt, die Komplexität individuellen Erlebens zu beschreiben, zu verstehen und auf dieser Grundlage Diskriminierung entgegen zu treten. Ein spezieller Fokus liegt dabei auf der (Selbst-)Ermächtigung (Empowerment) marginalisierter Gruppen sowie intersektionaler Kompetenz, um einen wertschätzenden Umgang mit Vielfalt zu fördern und neue Handlungsmöglichkeiten zu schaffen.

Einzelprojekte

A) Privilegien reflektieren – Intersektional therapieren? Intersektional-sensible Haltungen und Verhaltensweisen in der Psychotherapieausbildung
B) Internalisierte Trans*feindlichkeit und Community-Empowerment
C) „Die haben wir hier nicht.“ Wie nehmen pädagogische Fachkräfte die Situation von lsbti Jugendlichen wahr und was bewegt sie zum Handeln? (2016-2018)

Publikationen | Auswahl

Hornstein, R. (2017). Trans*verbündetenschaft. Oder: How to be a good ally to trans* people. In J. Hoenes und M. Koch (Hrsg.), Trans/fer und /Inter/aktion. Wissenschaft und Aktivismus an den Grenzen heteronormativer Zweigeschlechtlichkeit (S. 142–165). Oldenburg: BIS-Verlag.

Klocke, U., Salden, S., & Watzlawik, M. (in press). Lsbti* Jugendliche in Berlin. Wie nehmen pädagogische Fachkräfte ihre Situation wahr und was bewegt sie zum Handeln?: Ergebnisbericht zu einer Studie im Auftrag des Berliner Abgeordnetenhauses vom 16.01.2015 (Drs. 17/1683 und 17/1991). Berlin: Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie.

Klocke, U., Salden, S. & Watzlawik, M. (2018). „Die haben wir hier nicht“. Die Situation von lsbti* Schüler*innen und wie wir sie verbessern können. Praxis Schulpsychologie, Sonderausgabe BUKO 2018, 25-28.

Klocke, U. Salden, S. & Watzlawik, M. (2018). Vielfalt in der Schule fördern. DJI Impulse, 2, 26-29.

Klocke, U., Salden, S. & Watzlawik, M. (2018, September). Oft beschimpft, aber selten sichtbar: Was bewegt pädagogische Fachkräfte dazu, die Situation von lsbti* Schüler*innen zu verbessern. Vortrag im Rahmen des 51. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Psychologie, Frankfurt am Main.

Klocke, U., Watzlawik, M. & Salden, S. (2018, September). Oft beschimpft, aber selten sichtbar: Die Situation von lsbti* Schüler*innen aus der Perspektive pädagogischer Fachkräfte. Vortrag im Rahmen des 23. Bundeskongress für Schulpsychologie, Frankfurt am Main.

Saase, S. (2019). Augen auf! – Zur historischen Ver(antw)ortung intersektional zu denken. In E. Mader, C. Schmechel, K. Kawalska & A. Steinweg (Hrsg), Gegendiagnose II. Beiträge zur radikalen Kritik an Psychologie und Psychiatrie (S. 201-213). Münster: edition assemblage.

Salden, S. (2018, September). Sexuelle und geschlechtliche Vielfalt in der Schule: Wie verhalten sich Lehrkräfte und was sind die Gründe dafür? Vortrag für die Stiftung für Deutsche Wirtschaft, Hamburg.

Salden, S. & Watzlawik, M. (2018, September). LGBTTIQAPPD_Q*?! – Sexuelle und geschlechtliche Vielfalt pädagogisch sinnvoll abbilden. Workshop im Rahmen des 23. Bundeskongress für Schulpsychologie, Frankfurt am Main.

Watzlawik, M. (in press). Entwicklungspsychologische Perspektiven auf sexuelle Orientierung. In Timmermanns, S. & Böhm, M. (Hrsg.), Interdisziplinäre Perspektiven auf sexuelle und geschlechtliche Vielfalt. Weinheim: Beltz Juventa.

Watzlawik, M., Salden, S. & Hertlein, J. (2018, September). Sexuelle und geschlechtliche Identitäten que(e)rdenken: Ambiguitätstoleranz in der Schule und Präventionsarbeit. Vortrag im Rahmen des 51. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Psychologie, Frankfurt am Main.

Watzlawik, M., Salden, S. & Hertlein, J. (2017). Was, wenn nicht immer alles so eindeutig ist, wie wir denken? Erfahrungen LSBT* Jugendlicher und der Begriff der Ambiguitätstoleranz. Schwerpunktausgabe im Diskurs Kindheits- und Jugendforschung: „Lebenssituation und Alltagserfahrungen von LSBT* Jugendlichen – Ergebnisse und Diskurse einer gender-orientierten Jugendforschung“, 12(2), 161-175.

Watzlawik, M. & Sobiech, W. (2017). Schwul, lesbisch, bi, hetero oder nichts von alledem? Sexuelle Identitätsfindung innerhalb und außerhalb von Kategorien. In P. Genkova & T. Ringeisen (Hrsg.), Handbuch Diversity Kompetenz. Berlin: Springer.